„Wir wären gefahren…“

Ein unrühmliches Ende hatte der zweite Lauf zur Deutschen Enduromeisterschaft sowie des Pokals in Dahlen. Das Rennen wurde kurzerhand nach einem Fahrerstreik abgesagt.

Wir hatten uns nach den nicht so tollen Ergebnissen von Uelsen einiges vorgenommen. In der Heimat unseres Betreuerteams sollte es schon etwas besser laufen. Außerdem waren wir mit über 20 Fahrern vor Ort. Ein größeres Team konnten wir bisher noch nie aufstellen. Der MSC Dahlen sicherte noch 2 Tage vor dem Rennen die 100% Umsetzung zu.

Deshalb reisten Marcel Teucher, Marko Gombert sowie unser Pressebetreuer bereits am Freitag an, um sich bereits ein Bild der Lage zu machen. Es war kalt, aber es lag bei weiten nicht so viel Schnee wie im Erzgebirge oder anderswo in Deutschland. Zusammen mit dem Lokalmatador Denis Krusche ging es auch gleich auf die Prüfung nach Meltewitz. Diese zeigte sich ziemlich schlammig und im Wald mit Schneeresten. Allerdings unserer Meinung nach überall fahrbar, sicher mit der gewissen Sorgfalt. Da haben wir schon schlimmeres gesehen.

Weiter ging es dann am Samstag früh auf die Prüfung am Burgberg. Auch dort fanden wir es teilweise besser wie in den letzten Jahren. Immerhin ist es dort immer sehr schlammig. Auch dort gab es im Wald einige Stellen die gefroren waren, aber man hatte auch schon angefangen die Strecke zu verändern um diese Stellen besser fahrbar zu machen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Fahrerlager schon große Aufregung und es waren angeblich Fahrerbesprechungen angesetzt. In einer ersten einigte man sich auf die Startverschiebung auf 9.00 Uhr und wollte die schneereichen Abschnitte auf der Prüfung in Meltewitz kürzen. Fahrtsekretär Martin Breitfeldt versicherte uns, dass die Etappe überall fahrbar wäre und man dort so viel Möglichkeiten hätte das sogar theoretisch für jede Klasse eine neue Spur eröffnet werden könnte.

Dies reichte allerdings den meisten A/I Piloten nicht. Wie wir erst im Nachhinein erfuhren, sollte es 14.30 Uhr eine neue Fahrerbesprechung geben. Dort wurde dann auf Druck der Fahrer eine komplette Absage des Rennens erwirkt.

Diese Entscheidung können wir nicht nachvollziehen. Immerhin ist es Enduro wo man auch einmal etwas das Gehirn einsetzen sollte und vielleicht nicht an jeder Ecke Vollgas geben kann. Dadurch steht nun die nächste Traditionsveranstaltung auf der Kippe. Die ganze Arbeit des MSC Dahlen war damit umsonst und ist auch für die nächsten Jahre enorm gefährdet.

Es hätte sicherlich auch noch andere Möglichkeiten gegeben. Zum Beispiel ein Streichresultat für alle Klassen einzuführen. Damit hätten können die Fahrer antreten die wollen. Es waren nämlich viel mehr wie überall geschrieben wird. Unser Team wäre komplett angetreten!!! Und es konnte auch keiner was einwerfen das man fahren will, wenn alle die wirklich fahren wollten auf den Tests unterwegs waren  oder zur Abnahme!

Markus Groschopp

Am Abend sollte dann aber wenigstens als Showveranstaltung der Prolog stattfinden. Der MSC Dahlen hatte auf dem Gelände der Firma TipHolz eine Top Prolog Strecke aufgebaut. Auf freiwilliger Basis konnten dort alle antreten die wollten. Für uns waren Markus Groschopp, Philipp Liermann, Matthias Heimann  und unsere beiden A-Lizenz Fahrer Marcel Teucher und Andre Engelmann am Start. Alle schlugen sich Stark. Marcel und Andre verpassten die Top 5 nur durch ihre beiden Patzer.

Stimmen unserer Fahrer:

#225 Marcel Teucher: Für mich gab es keine Frage. Das Rennen hätte 100% stattfinden können. Mit der Startverschiebung auf 9.00 Uhr und der Entschärfung einiger Abschnitte hat der Veranstalter viel getan, das Rennen durchzuführen. Schön dass wir wenigstens den Prolog fahren durften. Dort  hat man sich sehr sehr viel Mühe gegeben. Es ließ sich alles flüssig fahren. Leider war an meinen neuen Motorrrad durch die Kälte die Batterie leer und ich habe das Bike nach einem Ausbremser nicht gleich wieder anbekommen. Schade.

Marcel Teucher

#322 Matthias Heimann: Also den Prolog fand ich richtig klasse. Anspruchsvoll aber absolut fahrbar, das hat richtig viel Spaß gemacht und war wenigstens ein kleiner Trost, dass Sonntag nicht Gefahren wird. Ganz großes Kompliment an den Veranstalter.

Über die Absage für Sonntag war ich sehr enttäuscht. Klar waren es nicht die einfachsten Bedingungen, aber diese waren für alle Fahrer gleich und genau das macht eben “Enduro” aus. Da braucht sich meiner Meinung nach keiner mehr über langweilige und unwürdige Etappen beschweren, wenn es dann auch nicht richtig ist, wenn es mal schwierig wird. Wer keine Lust hat, zu fahren, der kann doch einfach wieder nach Hause fahren, darin hindert ihn keiner. Da muss man nicht noch den anderen Fahrern, die anscheinend wirklich noch Spaß am Fahren haben und nicht nur kommen, weil sie müssen, das Rennen kaputt machen. Klar, einigen ist es sicher egal, aber es gibt auch Leute, die ihr weniges Geld zusammen kratzen, um an den Wettkämpfen teilzunehmen und genau die sind dann die Leidtragenden!

Auch hier muss ich nochmal sagen, dass der Veranstalter alles richtig gemacht hat. Die Verkürzung auf 2 Runden war doch ein guter Kompromiss!

Die angeblich Einstimmige Abstimmung der Fahrer, dass nicht Gefahren wird, finde ich genau so traurig. Ich meine, es ist doch klar, dass die Leute, die fahren wollen, auf den Prüfungen unterwegs sind! Wenn man sowas macht, dann doch bitte, wenn alle Fahrer dabei sind !!!

#407 Denis Krusche: Es wäre doch locker gegangen mit zwei Runden und  Start um neun! Das Wetter war gestern Top! Ist wirklich schade das so eigentlich die beste Veranstaltung kaputt gemacht wird! Es ist Enduro und kein Hallenfussball. Fürs Wetter kann keiner was und wir sind alle alt genug zu entscheiden wie ich bei solchen Bedingungen mit meinem Motorrad um gehen muss.


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